Máma José Gabriel

Mama-Jose-PortraitMáma José Gabriel wurde vom Rat der Kogi bei seiner Geburt dazu auserwählt, Botschafter der Kogi im Kontakt zu den kleinen Brüdern, also uns, zu sein. 500 Jahre lang haben die Kogi sich nach der Eroberung Südamerikas durch die Spanier immer weiter in die Höhen der Sierra Nevada zurückgezogen. Nachdem die Eroberer das fruchtbare Land und insbesondere das Gold geraubt hatten (und davon besaßen die Kogi sehr viel, wie man auch im Berliner Völkerkundemuseum sehen kann), ware die Kogi für sie uninteressant geworden.

Vor gut 100 Jahren haben die Kogi erkannt, dass sie ihre Rolle als Hüter der Erde nicht mehr wahrnehmen können, wenn sie sich in den Bergen verstecken. Sie entschieden in einer großen Versammlung, ihr altes Land wieder zurückzukaufen. Dieser Plan wird nun durch die Einnahmen des Kaffeeprojekts verwirklicht.

Máma José wurde 18 Jahre lang als Máma von den Alten ausgebildet. Ein Máma ist ein Weiser, Ältester, Priester, Schamane und Heiler in einer Person. Mittlerweile war er in Brasilien, Venezuela, Peru, den USA, Frankreich und Deutschland, um die Botschaft der Kogi zu verkünden. Er reist mit zwei kleinen selbstgehäkelten Umhängetaschen und in dünnen Schlappen um die ganze Welt um den kleinen Brüdern zu zeigen, dass die Erde in Gefahr ist. Als er bei mir in Deutschland ankam, kauften wir erst einmal Schuhe und dicke Skiunterwäsche. Sorgfältig hat er darauf geachtet, dass die aber nicht unter seiner weißen Kleidung heruasschaut... Nie würde er eine warme Jacke über seine traditionelle Kleidung anziehen.

Wenn man ihn näher kennenlernt, wird aus dem ansonsten sehr stillen und zurückhaltenden Botschafter der Kogi ein Spaßvogel, der in Kolumbien schon einen gewissern Ruf als "El Gallo" (der Hahn) erlangt hat. In Deutschland wollte er immer wieder seinen Begleiter Jorge gegen ein gutes, kolumbianisches Essen eintauschen.

Máma José sagt, dass wir hier in unserer Zivilisitation zwei Probleme haben, die uns das Leben schwer machen. Zum einen haben wir Angst vor den Sterben. Dazu gehört auch die Angst vor schwerer Krankheit. Zum anderen haben wir Angst zu versagen, eine Angst, die die Kogi nicht kennen. Wir unterwerfen uns unseren eigenen Ansprüchen und den (vermeintlichen) Erwartungen anderer, messen und vergleichen uns - und scheitern.

Im Projekt CAFÉ KOGI ist er verantwortlich für den Kontakt zu mir und tut alles, um uns erfolgreich werden zu lassen.Er baut auf seiner Finca selbst Kaffee an. Diesen pflegt und erntet er immer noch selbst - trotz seiner 76 Jahre. Das Alter sieht man ihm nicht an, er ist in den Bergen schneller als jeder Weiße.


Mama-Jose-2Máma José Gabriel, sein Enkel und Oliver Driver im Oktober 2014 in der Nähe des Kogi-Dorfes San José am südöstlichen Rand der Sierra Nevada

 

Mama-Jose-1Oktober 2014 auf der Finca von Máma José Gabriel bei San José

Zuletzt angesehen