Oliver Driver

Oliver DrivOliver-DriverPortraiter ist alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der Urwaldkaffee GmbH. Er ist Inhaber des coaching salon, einer auf die Begleitung von Veränderungsprozessen spezialisierten Unternehmensberatung, und Coach. Als Autor hat er zahlreiche Bücher und Fachartikel veröffentlicht. Er lebt in Köln.

Ende 2014 war ich zum dritten Mal in Kolumbien und erstmalig war Mamá José Gabriel, ein wichtiges Oberhaupt der Kogi anschließend für drei Wochen zu Besuch in Deutschland. Während dieser Zeit sprachen wir viel über die Ziele der Kogi, wie sie mit den Einnahmen aus dem Kaffee ihr Land zurückkaufen werden.

Mindestens genauso interessant war für mich die Kernaussage unserer Gespräche:

"Habe gute, schöne Gedanken!"

Immer wieder betonte er, dass es das Wichtigste im Leben, wenn man etwas verändern will, sei, gute, schöne Gedanken zu haben. Es sei nicht erfolgversprechend, gegen die Dinge zu kämpfen, die uns stören. Wir sollten unser Denken ändern, nicht gegen etwas sein. Allein durch gute Gedanken werden wir uns selbst verändern und nach und nach auch die Menschen um uns herum. Und die wiederum werden andere Menschen verändern.

Mir wurde klar, dass dieser passive Ansatz - zumindest aus unser um Weltverbesserung bemühten Haltung heraus - schwer anzunehmen ist, weil wir den Wunsch haben, Veränderung schnell zu sehen. Wir wollen die Erfolge unseres Wirkens zügig sehen, nicht in 100 Jahren. Wenn man allerdings sieht, dass es gerade die Kogi mit dieser Art des Denkens geschafft haben, 500 Jahre unter den Eroberern nicht nur zu überleben, sondern ihre Kultur zu bewahren, versteht man sie besser. Alle anderen Kulturen sind assimiliert worden. Es gibt keine Mayas, Inkas, Azteken oder in Nordamerika keine ursprünglichen Indianer mehr.

Wir sind es gewohnt, Probleme zu analysieren und zu bekämpfen. Gewisse Personen, Institutionen oder Gruppierungen gehören bekämpft. Wie wäre es, wenn es uns gelänge, statt zu kämpfen, unsere Gedanken zu ändern? Statt Kriege zu führen und dann nach zehn oder zwanzig Jahren zu sehen, dass es nichts genutzt hat, nehmen wir uns selbst einfach nicht so wichtig, stattdessen aber werden unsere Enkel oder Urenkel unser Ziel erreichen - ohne Krieg. So haben die Kogi überlebt und nun ernten sie langsam die Früchte der guten Gedanken ihrer Väter und Großväter.


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Oktober 2014 in der Nähe des Kogi-Dorfes San José am südöstlichen Rand der Sierra Nevada

 

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Oktober 2014 an der steilen Küste der Sierra Nevada de Santa Marta in 200 m Höhe mit Meerblick

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