CAFÉ KOGI, Sierra Nevada de Santa Marta, Kolumbien

Die Kogi sind ein uraltes indigenes Volk, was im Norden Kolumbiens in der Sierra Nevada de Santa Marta lebt. Es sind etwa 21.000 Kogi, die sich mit drei anderen Brüderstämmen auf ein Gebiet von der Größe des Saarlandes erstrecken. Sie leben außerhalb unserer Welt. Sie haben kein Geld, keinen Strom, keine Straßen … Sie leben wie vor 500 Jahren – und es geht ihnen gut dabei. Sie wollen genauso weiterleben und ihre Kultur erhalten.

 

Damit sind sie wohl das einzige Volk auf der Erde, welches sein Land großteils behalten konnte, ausreichend groß ist, seine Sprache und Kultur erhalten konnte und damit über ein uraltes Wissen verfügt, was für uns heute wichtiger denn je sein könnte. Die Kogi sind seit Menschengedenken die Hüter der Erde. Sie leben, um die Erde zu erhalten und im Gleichgewicht zu halten.

Ihre Heimat, die Sierra Nevada de Santa Marta hat nicht nur die Form eines Herzens, sie ist das Herz der Erde. Wenn das Herz stirbt, stirbt die Erde. Ihre Rituale und Gebete verrichten die Kogi an heiligen Plätzen in der Natur. Die sind Quellen, Felsen, die Bergseen, Flussmündungen und andere. Jeder Platz hat eine bestimmte Bedeutung.

Da die Kogi festgestellt haben, dass die Erde so sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist, dass ihre Rituale immer schlechter wirken, sind sie zu dem Entschluss gekommen, dass dies zwei Gründe hat.

1. Sie haben zu einigen heiligen Plätzen keinen Zugang mehr, können dort also keine Rituale begehen und entsprechend gewisse Aspekte, die mit genau diesen Plätzen verbunden sind, nicht bearbeiten.
2. Wir, die kleinen Brüder, wie sie uns nennen, betreiben Raubbau an der Natur, der so groß ist, dass sie dagegen nicht ankommen können.

Die Kogi haben erkannt, dass sie ihre Funktion als Hüter der Erde und unsere großen Brüder nicht erfüllen können, wenn diese beiden Punkte nicht gelöst werden. Die Weisen hatten vor Jahren die Vision dass die heilige Pflanze Kaffee, die in den Wäldern der Kogi wild wächst, diese Probleme lösen kann. Diese Vision bracht ihnen der Gott des Waldes und der Bäume „Kalashe“. Kalashe riet ihnen, die Kaffeebohnen zu ernten und mit Hilfe von Partnern wie uns um die ganze Welt zu schicken, um die Botschaft der Kogi zu verbreiten. Mit den Einnahmen ist es ihnen möglich, nach und nach heilige Plätze zurückzukaufen von den aktuellen Besitzern, da ein rechtliches Vorgehen nach 500 Jahren des Landraubs sinnlos ist.

Der Kaffee wird mit viel Liebe gepflegt (angebaut wäre das falsche Wort, denn er wächst da schon) und mit Ritualen beim Wachstum begleitet. Pestizide und Dünger gibt es hier nicht. Bis zum Hafen Cartagena, wo der Kaffee in einen großen Container kommt, begleiten die Weisen den Kaffee und segnen ihn ein letztes Mal. Die Urwaldkaffee zahlt einen deutlich über dem Marktpreis liegenden Kaffeepreis und zusätzlich bekommen die Kogi 20 % des Gewinns von Urwaldkaffee. Natürlich bekommt auch jede der 1600 am Projekt CAFÉ KOGI beteiligten Familien, die jeweils etwa 2 Säcke Kaffee dazu beitragen, ein wenig Geld für ihren Beitrag. Davon wird dann doch einmal eine Machete, Gummistiefel o.ä. gekauft.

Uns ist wichtig, dass Ihr erkennt, dass die Kogi dies alles machen, um unsere Erde – für uns – zu retten. Sie sind keine armen Indianer, die Geld für irgendetwas brauchen. In ihren Bergen haben sie alles. Sie werden dort noch leben, wenn wir in unserer modernen Zivilisation immer mehr unter der Erderwärmung und unter den daraus resultierenden Konflikten leiden. Die Kogi können ohne uns leben. Aber sie wollen es nicht, Wir sind ihre kleinen Brüder. Sie wollen uns beschützen.

 


WALDKAFFEE - IM EINKLANG MIT DER NATUR

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Nahezu wild wachsender Waldkaffee wie CAFÉ KOGI wirft nur geringe Erträge ab, dafür ist das Aroma konzentrierter und intensiver. Im Laufe von Jahrzehnten hatten die Kaffeebäume viel Zeit, langsam und in Ruhe zu wachsen und sich optimal an ihren Standort anzupassen. Mit viel Liebe schützen die  Kogi diese wertvollen Bäume, begehen Rituale und greifen so wenig wie möglich in die Natur ein.


VARIETÄT

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CAFÉ KOGI, hergestellt aus dem von den Kogi CAFÉ TEYUNA genannten Rohkaffee. CAFÉ TEYUNA heißt, besteht im Wesentlichen aus Arabica Tipica mit geringen Anteilen von Arabica Caturra und Arabica Bourbon sowie wenige weitere Varietäten.


DIE HERKUNFT

Der Kaffee kommt aus den nordöstlichen bis südöstlichen Regionen der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens. Dort bauen rund 1600 Familien der  Kogi im Urwald auf Höhen von 900 bis knapp 2000 m diesen Kaffee an. An steilen Berghängen und dennoch nahe am karibischen Meer wächst der Kaffee in einem einzigartigen Klima. In der Sierra Nevada, diesem höchsten Küstengebirge der Erde, wo auf einem Streifen von 50 Kilometer Breite im Nordosten Kolumbiens traumhafte karibische Strände und tropischfeuchter Dschungel auf trockene Wüsten, Nebelwald und schneebedeckte Berge mit 5800 m Höhe treffen, leben die Kogi wie vor Hunderten von Jahren. Wer die Kaffeebäume dort sieht, stellt fest, dass ihre Früchte sehr sauber, unbeschädigt und leuchtend farbig sind. Behütet von kalashe, dem Gott des Waldes und der Bäume, und den Schatten der anderen Bäume, hat jede Kaffeebohne viel Zeit zu reifen und sich zu entwickeln. Das besondere Klima sorgt für intensive Aromen.


Behütet und handgepflückt

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Einmal jährlich werden die Kaffeekirschen von den Kogi Hand gepflückt, vor Ort vom Fruchtfleisch befreit und fermentieren dann in großen Bottichen für 12 – 18 Stunden (fully washed). Danach trocknet der Kaffee in der tropischen Sonne auf Schilfmatten. Jede Familie der Kogi erntet nur wenige Säcke voll Kaffee, die sie auf Eseln oder Maultieren in einem Marsch von bis zu 12 Stunden zu der Bodega in Mingueo, oder anderen Sammelplätzen bringen. In der Bodega wird der Rohkaffee gesammelt, gelagert und weiter verarbeitet. Dort wird der Kaffee weiter getrocknet, in einer Trilladora vom Pergamino, der Haut, befreit und nach Größen sortiert. Abschließend wird der Kaffee von Hand sortiert, so dass Steine und Fehler entfernt werden.


 "Direct Trade" und Vorfinanzierung

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Im Gegensatz zu den meisten anderen Kaffeeröstern importieren wir unseren Rohkaffee selbst unter Umgehung möglichst vieler "Partner" die unnötigerweise Kosten produzieren. Geld, welches wir lieber direkt den Kogi zukommen lassen. Direct Trade heißt, dass Oliver Driver mindestens einmal jährlich vor Ort ist und alles organisiert - von der Ernte bis hin zum Schiffstransport. Dazu gehört auch die Vorfinanzierung des Kaffees. Wir bezahlen 60 % des Kaufpreises bereits vor der Ernte, damit zum einen die Kogi die finanziellen Mittel haben, um ihre Leistungen zu finanzieren, zum anderen, damit wir die Gewissheit haben, dass wir weiterhin diesen hochwertigen Kaffee für Sie im Angebot haben können. Denn es kann immer passieren, dass fahrende Händler mit Maultieren durch die Sierra reisen und die kleinen Kogi-Bauern mit einem schnellen Geschäft verführen. 30 % weniger Geld, dafür aber sicher, ist eine Verlockung, wenn man nicht sicher ist. Diese Händler werden übrigens Koyoten genannt... Und hin und wieder haben sie auch Schnaps dabei und wie die Geschichte dann weiter geht, können Sie erahnen.


Traditionell geröstet

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CAFÉ KOGI wird im traditionellen Trommelröstverfahren für ungefähr 16 – 18  Minuten bei 210°C  bis 220°C geröstet. Unser Röster ist einer der erfahrensten deutschen Röster und ist zudem Gründungsmitglied der deutschen Röstergilde. Die aufwendige und schonende Verarbeitung sorgt dafür, dass sich die für die Bohnen typischen Aromen sich voll ausprägen können. Die für den kolumbianischen Kaffee typische feine Säure, die den beliebten fruchtigen Charakter ergibt, bleibt erhalten. So ist CAFÈ KOGI mild und sehr magenfreundlich.

Sehen Sie hier den Film unserer Rösterei!


DAS HERZ DER WELT – ERKENNBAR IM DESIGN

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Das Erkennungszeichen von CAFÉ KOGI ist die symbolisierte Welt mit ihrem Zentrum, der Sierra Nevada de Santa Marta - dem Herzen der Welt. Zunächst ist da der Kreis. Er steht für die Erde. Die Kogi sehen ihr Gebirge, die Sierra Nevada de Santa Marta als "El Corazon del Mundo", das Herz der Welt an. Folgerichtig ist das Herz das Zentrum des Logos. Die auf den ersten Blick wie kleine Pfeile aussehenden Figuren außerhalb des Kreises sind symbolisierte Männer. Es sind die vier Götter, die in der Mythologie der Kogi die Erde auf ihren Schultern tragen. Dies tun sie mithilfe zweier sich überkreuzenden Stangen, auf denen die Erde liegt. Jeder Gott steht wiederum für einen der vier Stämme der Sierra, die Kogi, die Arhuaco, die Wiwa und die Kuankamo. Und wenn einer der Götter seine Last auf die andere Schulter umlagert, bebt die Erde...


UNSER ENGAGEMENT

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Oliver Driver lernte die Kogi kennen, als diese auf Einladung des kolumbianischen Botschafters in Deutschland, der ein alter Freund der Kogi und ehemaliger Umweltaktivist ist,  auf der Suche nach einem Partner in Deutschland waren. Nur wenig Spanisch sprechend, hielten sie einen Vortrag über den spirituellen und zugleich tiefenökologischen Ansatz, der hinter ihrem Kaffeeanbau steht. Die Kogi sind die Hüter der Erde, als die älteren Brüder (wir sind die jüngeren, kleinen Brüder) ist ihre Aufgabe die Heilung der Erde. Um ihre Kultur zu bewahren und dieser wichtigen Aufgabe gerecht zu werden, kaufen die Kogi mit den Gewinnen aus dem Kaffeeanbau ihr altes Land und insbesondere ihre heiligen Plätze zurück, die ihnen im Laufe der letzten 500 Jahre geraubt wurden. So können sie die alten Rituale zur Heilung der Erde wieder begehen. In ihrem Verständnis hängt das Wohl der Erde vom Erhalt dieser Plätze in der Natur ab. Diese Plätze sind viele Seen, alle Flussmündungen und Deltas, besondere Orte in der Natur und auch einzelne Felsen und Hügel.

Oliver Driver wurde von den Kogi eingeladen und die Versammlung der Ältesten, der Mámas, entschied, dass er der Partner der Kogi in Deutschland werden sollte. Dies ist eine Partnerschaft von Gleichgesinnten, die etwas für den Erhalt der Erde tun wollen. Ziel ist es, die Art und Weise, wie die Kogi im Einklang mit der Natur leben, auch bei uns vorzustellen und daraus zu lernen. Die Kogi wollen nicht, dass wir unsere Zivilisation verurteilen und zurück zur Natur gehen. Wir sollen uns weiterentwickeln auf Basis dessen, was wir bereits erreicht haben. Und dafür sind viele Aspekte des Wissens der Kogi um die Zusammenhänge der Natur nachahmenswert und wichtig. Zusätzlich zum fairen Kaufpreis für den Kaffee gehen 20 % des Gewinns der URWALDKAFFEE GmbH an die Kogi. Langfristig ist eine engere Partnerschaft für weitere Länder Europas angedacht. Vielleicht sind die Kogi dann auch Gesellschafter mit allen Rechten und Pflichten.

Viel mehr über die Kogi, das Kaffeeprojekt und die Geschichte dahinter finden Sie auf dem Blog und in den Presseberichten.

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HINWEIS

Wir empfehlen Ihnen, Kaffees dieser hohen Qualität immer kurz vor der Zubereitung frisch zu mahlen. Gemahlener Kaffee verliert sein Aroma viel schneller als ganze Bohnen. Wir bieten verschiedene Kaffeemühlen im Shop an. Sie können klassisch per Hand mahlen oder eine einfache elektrische Mühle benutzen und vielleicht später zu einer professionellen Mühle für Kenner wechseln.

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